Aktuelles vom 19.1.2019 und: Kampf um die Köpfe – Private ICT-Firmen und internationale Technologiekonzerne drängen in die öffentliche Bildung

Rüstung gegen Russland: Die Bundeswehr steuert in einen neuen Kalten Krieg
Deutschland soll künftig nicht nur am Hindukusch und in der Sahelzone, sondern zudem auch wieder in Osteuropa „verteidigt“ werden. Niedergeschrieben ist dies in den neuesten Strategiepapieren der Bundeswehr. Deutlicher ist wohl nach dem Ende der Blockkonfrontation noch nie ein Krieg mit Russland öffentlich einsehbar durchgespielt worden.
Quelle: Justice Now

Machtdemonstration der US-Army in Deutschland steht kurz bevor
In wenigen Wochen zieht die US-Army auf dem Weg nach Osten durch Deutschland und kann unterwegs ihre militärische Macht demonstrieren. Ende Januar treffen im Hafen von Antwerpen rund 2.000 Fahrzeuge ein, die sich auf eine über 900 Kilometer lange Reise nach Polen aufmachen.
Die im Rahmen der NATO-Operation Atlantic Resolve in Deutschland, Polen, den baltischen Staaten, Ungarn, Bulgarien und Rumänien stationierten Truppen sollen wieder mal ausgetauscht werden, damit die eigentlich „dauerhafte Stationierung von substanziellen Kampftruppen“ in Ländern des ehemaligen Warschauer Pakts nicht gegen die NATO-Russland-Grundakte verstößt. Ein offensichtliches Täuschungsmanöver, wie auch die Freie Presse entsprechend kommentieren musste:
Da die Nato-Grundakte eine dauerhafte Stationierung von westlichem Militär an der Nato-Ostflanke untersagt, rotieren die Truppen im Neun-Monats-Rhythmus. Faktisch führt diese Praxis jedoch zu einer Nato-Dauerpräsenz nahe der Grenze zu Russland, was in Moskau für anhaltende Kritik sorgt.
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Facebook löscht Seiten von Sputnik News: „Rein politische Entscheidung, de facto Zensur“
„Facebook betreibt politisch motivierte Zensur“ – so der Pressedienst von Sputnik News in Reaktion auf die Löschung von Facebook-Präsenzen zahlreicher Sputnik-Redaktionen. Laut Angaben der Facebook-Abteilung für Cybersicherheit wurden insgesamt 364 Seiten gelöscht.
„Die Entscheidung ist eindeutig eine rein politische, sie ist de facto ein Fall von Zensur – sieben Präsenzen von Redaktionen im nahen Ausland wurden gesperrt. Die Redaktionen von Sputnik befassen sich mit Nachrichten, und dabei sind sie sehr gut. Und wenn Sperrungen die einzige Reaktion von Facebook auf qualitativ hochwertige Medienarbeit sind, dann haben wir keine Fragen mehr – hier ist alles selbsterklärend. Eine Hoffnung auf den Sieg des gesunden Menschenverstandes besteht aber fort. Lesen Sie Sputnik“, reagierte der Pressedienst des Medienhauses.
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dazu passend:

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Kampf um die Köpfe
Digitalisierung macht sich im Klassenzimmer breit.
Private ICT-Firmen und internationale Technologiekonzerne drängen in die öffentliche Bildung. Swisscom und IBM bieten Unterricht an und gestalten Elternabende. Das führt zu Fragen.
„Jetzt habe ich begriffen, was ein Sandstein ist“, strahlte eine Gymnasiastin mit rotem Kopf und schmutzigen Händen. Der spontane Ausruf zeigt eines: Der Verstand geht auch durch die Hände, oder wie es der Pädagoge und Pestalozzi-Schüler Friedrich Fröbel formuliert hat: vom Greifen der Hand zum Begreifen des Kopfes – ein klassischer didaktischer Grundsatz. Die Schülerin bearbeitete einen Stein zum Thema „Erde im Feuer“. Angesagt waren Projekttage mit dem Motiv „Die vier Elemente: Erde–Feuer–Wasser–Luft“.
Realität vor Virtualität
„Omnis cognitio incipit a sensibus.“ Die Hände sind wichtig für die Erkenntnis; sie beginnt mit den Sinnen. Der Satz geht auf Aristoteles zurück. Thomas von Aquin, der vielleicht größte Denker des Mittelalters, umschrieb es so: „Nihil est intellectu quod non fuerit prius in sensu.“ Es gibt keine Erkenntnis, die nicht zuvor in den Sinnen war.
Ans Konkrete und Analoge sei darum erinnert, wenn die nächste Reform der Schulen vorangetrieben wird. Der Megatrend heißt Digitalisierung. Die Bildungspolitik kennt kaum ein anderes Wort. „Sie hat oberste Priorität“, bestätigte vor kurzem auch der abtretende [Schweizer] Wirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann. Hunderte von Millionen Franken werden in den kommenden Jahren investiert. Die digitale Aufrüstung im Klassenzimmer kostet. Kein Preis scheint zu hoch.
…Jobs schickte seine Kinder in die Waldorfschule
Bei der Digitalisierung der Schulen ist darum die Natur der Bildungsprozesse zu respektieren. Daran würden auch Johann Heinrich Pestalozzi und Jean Piaget per Twitter erinnern. Lernpsychologische Einwände sprechen gegen einen zu frühen Einsatz digitaler Geräte im Unterricht. Schulen müssen auch zum kritischen Umgang mit dem Internet, mit sozialen Netzwerken und digitaler Lebenswelt anleiten. Dieser Umgang hat eine Distanz zur Voraussetzung. Und diese Distanz muss ihr Fundament in der analogen Welt haben.
Nicht umsonst schickte Apple-Gründer Steve Jobs seine Kinder in eine digitalfreie Waldorfschule. Er limitierte für sie den Technologiegebrauch und sah sie lieber im Garten spielen. Als Bastler und Tüftler wusste er: Die Sinne bringen das Denken und Verstehen in Gang. Das Konkrete und Analoge wirkt als komplementäre Kraft zur digitalen Welt. Das gilt auch für die Schule.
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s. dazu auch:

Schulsystem und Schule heute – Eine Katastrophe und die nötige Reform: Freiheit im Bildungswesen!
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Tagesdosis 15.1.2019 – Der Mord an Dag Hammarskjöld ist aufgeklärt: und warum Sie nichts darüber erfahren
Unbeachtet von den Relotius-Medien in Deutschland hat sich eine seit 58 Jahren diskreditierte, angebliche Verschwörungstheorie bewahrheitet. Dag Hammarskjöld, der wohl beste und integerste Generalsekretär, den die Vereinten Nationen jemals hatten, kam 1961 im Kongo nicht bei einem Flugunfall ums Leben, verursacht durch einen Pilotenfehler, sondern bei einem Mordanschlag auf ihn. Und, so muss man hinzufügen, nachdem Hammarskjöld die Notlandung seiner in Brand geschossenen schwedischen DC-6 wie durch ein Wunder überlebt hatte, wurde er von einer bisher unbekannten Person an der Unfallstelle erschossen. Hammarskjöld sollte sterben und die Lüge über die Ursachen seines Todes sollte in alle Zukunft leben.
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Regierung blockiert Untersuchungsausschuss zur Berater-Affäre
Von der Leyen hat für dreistellige Millionenbeträge externe Berater engagiert. Die Opposition wittert Vetternwirtschaft und will einen Untersuchungsausschuss. Den hat die Regierung jetzt vorerst gestoppt – gemeinsam mit der AfD.
Die Einsetzung des Untersuchungsausschusses zur Berateraffäre im Bundesverteidigungsministerium ist vorerst gestoppt. Der Antrag sei mit der Mehrheit der großen Koalition und Stimmen der AfD zur Prüfung an den Geschäftsordnungsausschuss verwiesen worden, teilten Ausschussvertreter der Opposition am Mittwoch in Berlin mit. Dabei soll wegen formaler Bedenken von Union und SPD die Formulierung des Untersuchungsauftrages unter die Lupe genommen werden.
Die drei Oppositionsparteien kritisierten die Entscheidung noch während der laufenden Sitzung des Verteidigungsausschusses scharf. Sie warfen Union und SPD vor, nicht zu einer transparenten Aufklärung bereit zu sein.
Quelle: FAZ

Nach den «Gelben Westen» kommen die «Roten Stifte»
Über 60’000 französische Lehrpersonen vernetzen sich in der Gruppe der «Roten Stifte» und verleihen ihren Forderungen Gewicht.
Die Lehrkräfte von Frankreich haben genug: Sie vernetzen sich und bemängeln ihre Arbeitsbedingungen © Les Stylos Rouges
Die Bewegung der «Gelben Westen» ist – trotz ihrer Pluralität und der damit einhergehenden Uneinigkeit, Führungskämpfen, Gewaltausbrüchen auf den Strassen und Unterwanderungsversuchen von Ultra-Rechten – eine Erfolgsgeschichte: Sie wuchs im Internet und schaffte es, unzählige Französinnen und Franzosen zu vereinen. Die «Gelben Westen» wurden schon bald zur Massenbewegung, sie zwangen Präsident Emmanuel Macron zu verschiedenen Zugeständnissen. Dass die Proteste nicht von Parteien oder Gewerkschaften ausgingen, sondern quer über jegliche Grenzen hinweg zu mobilisieren vermochte, ist eine weitere Besonderheit…
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