Aktuelles vom 23.4.2019 und: „Es kann kein mündiger Bürger entstehen und damit keine Demokratie, wenn der öffentliche Debattenraum durch die Medien dominiert wird.“

Anti-Terror-Kräfte: Macron setzt Elitesoldaten gegen Gelbwesten ein
Frankreichs Präsident Macron schickt Anti-Terror-Kräfte zu den Gelbwesten-Protesten am kommenden Samstag. Elitesoldaten sollen Barrikaden gegen Randalierer errichten.
Gegen die am Wochenende wieder erwarteten Gelbwesten-Proteste will Frankreichs Regierung Soldaten einer zur Terror-Abwehr gedachten Mission einsetzen. Die am Einsatz “Sentinelle” beteiligten Soldaten sollen in französischen Städten patrouillieren, wie Regierungssprecher Benjamin Griveaux nach der Kabinettssitzung mit Präsident Emmanuel Macron ankündigte.
“Spezifische Ressourcen werden am kommenden Wochenende eingesetzt, mit Barrikaden gegen Randalierer”, sagte Griveaux. Auch Drohnen sollen zur Überwachung der Randalierer in der Luft sein.
Vergangenen Samstag war es in Paris bei Gelbwesten-Protesten erneutzu heftigen Krawallen gekommen – Läden wurden geplündert und verwüstet, Autos angezündet. Die Regierung hatte anschließend Fehler eingestanden und kündigte Demonstrationsverbote an. Sie könnten auch den Pariser Boulevard Champs-Élysées betreffen, wo Randalierer großen Schaden anrichteten.
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Lügen wird schwerer
New York Times korrigiert Falschmeldung, Lkw mit US-Hilfsgütern seien von »Maduro-Truppen« in Brand gesteckt worden. BRD-Medien ducken sich weg
Zu den ersten Opfern auch im Medienkrieg gegen Venezuela gehört die Wahrheit. Doch zunehmend öfter fliegen verbreitete Lügen auf, und Medien sehen sich gezwungen, zuvor verbreitete Falschmeldungen richtigzustellen. So musste die New York Times (NYT) am 10. März zugeben, dass Berichte über brennende Lastwagen mit Hilfsgütern aus den USA, die von venezolanischen Sicherheitskräften angezündet worden seien, falsch waren. Tatsächlich, so räumte die Zeitung ein, hatten Anhänger des Putschistenführers Juan Guaidó die Lkw am 23. Februar auf kolumbianischer Seite in Brand gesetzt. Das hatten alternative Blogger und kritische Medien wie der südamerikanische Nachrichtensender Telesur allerdings schon zwei Wochen zuvor enthüllt.
Die Falschmeldung hatte ein offensichtliches Ziel: Sie sollte die Weltmeinung zugunsten einer Intervention beeinflussen. Und tatsächlich empörten sich westliche Medien und Politiker wie auf Kommando. US-Sicherheitsberater John Bolton sprach von »maskierten Banditen«, die auf Anweisung von Nicolás Maduro Lastwagen angezündet hätten. Bundesdeutsche Medien verbreiteten die Lügengeschichte ungeprüft. »Maduro-treue Einheiten hatten den Zugang für die Hilfslieferungen gesperrt, ein Lkw wurde sogar angezündet, damit er sein Ziel nicht erreichen konnte«, hetzte Bild und erreichte damit die offenbar erwünschte Reaktion. »Wir können nicht tatenlos dabei zusehen, wie Maduro Hilfsgüter verbrennen und sein Volk weiter verhungern lässt«, gab der FDP-Außenpolitiker Alexander Graf Lambsdorff kund. Bild meldete kurz darauf: »Außenminister Heiko Maas schloss sich der Forderung an, wie das Auswärtige Amt mitteilte«, was keinen wunderte.
Doch nicht nur Springers Fachblatt fürs Grobe, sondern auch das sich seriös gebende Handelsblatt übernahm die Fake News ungeprüft. »Venezuelas Präsident Maduro lässt lieber Hilfsgüter verbrennen als abzutreten«, stimmte die Wirtschaftszeitung aus dem Hause Dieter von Holtzbrinck in die Hetze ein. Wie kaum anders zu erwarten, verbreitete auch das ARD-Flaggschiff »Tagesschau« die Propagandalüge. »Am frühen Nachmittag verbrennt das venezolanische Militär drei Transporter mit Lebensmitteln und Medikamenten«, berichtete ARD-Korrespondentin Xenia Böttcher am 24. Februar, angeblich als Augenzeugin vom Ort des Geschehens. Einziger Kommentar dazu in dem Tagesschau-Beitrag: »Nur mit einer Intervention in Venezuela wird das hier enden«.
Quelle: junge Welt

Es klingt absurd, ist aber leider Realität: Die rumänische EU-Ratspräsidentschaft wird von Coca-Cola gesponsert – und das in Zeiten, in denen in Europa über die Einführung einer Limo-Steuer und einer Lebensmittelampel diskutiert wird! Wir haben vor zwei Wochen eine E-Mail-Protestaktion an die EU gestartet, die mittlerweile mehr als 65.000 Menschen unterstützen. Unsere Kritik: Es ist schlichtweg inakzeptabel, wenn eine der wichtigsten politischen Institutionen der EU durch den größten Getränkekonzern der Welt gesponsert wird! Unser Protest hat sich herumgesprochen:
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Bayer und Co. – wer beschützt die Konzerne vor ihren Investoren?
Bereits im vergangenen Jahr verurteilte ein US-Gericht die Bayer AG zur Zahlung von 78 Millionen Dollar Schmerzensgeld an einen Mann, der durch Glyphosat an Krebs erkrankte. Gestern machte ein weiteres Geschworenengericht Glyphosat für die Krebserkrankung eines US-Bürgers verantwortlich. 11.000 vergleichbare Klagen stehen noch aus und selbst das ist nur die Spitze des Eisbergs. Die Bayer AG hat im letzten Jahr mit Monsanto auch sämtliche Schadensersatzansprüche an den Glyphosat-Hersteller übernommen. Die Risiken waren bekannt und wurden doch ignoriert. Daran könnte nun sogar der gesamte Konzern zu Grunde gehen und mit ihm zehntausende Arbeitsplätze. Warum schützt der Staat Konzerne nicht vor sich selbst, ihrem Management und kurzsichtigen Investoren? Von Jens Berger.
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Es ist nicht zu fassen — soeben haben wir aus internen Quellen erfahren, dass das giftige Pestizid Thiacloprid erneut in der EU zugelassen werden soll. Die EU beugt sich damit dem Druck der Lobbyist*innen von Bayer-Monsanto…
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Geld für mörderische Waffen – Kein Geld für arme Rentner?
Milliarden für Waffen und Kriege aber kein Geld für Menschen, die ein Leben lang gearbeitet haben und denen trotzdem Altersarmut droht? Wenn es nach Merkel, Kramp-Karrenbauer, von der Leyen und anderen Politikern geht, die sich „christlichen Grundsätzen“ verpflichtet fühlen, ja. Und das kriegslüsterne Springer-Blatt „Bild“ liefert die Begleitmusik.
„Die gesetzliche Rente wird zur immer größeren Belastung für alle Steuerzahler“, jammert „Bild“ heute und malt eine „Renten-Explosion“ an die Wand. Und das in einem Land, in dem der Durchschnitts-Rentner 800 Euro im Monat weniger hat als in Österreich.
Vorgestern hatte sich das Boulevard-Blatt noch empört, weil Finanzminister Scholz nicht so viel Geld für Rüstung ausgeben will, wie Trump und sein rüpelhafter Statthalter in Berlin, Botschafter Grenell, befehlen. Letzteren müsste man sofort ausweisen und in einen Flieger nach Washington setzen. „Anders als von der Nato und von der USA gefordert, werden unsere Bundeswehr-Ausgaben gemessen an unserer Wirtschaftskraft in den nächsten Jahren sinken statt steigen!“, jammert „Bild“. Mit nie dagewesener Dreistigkeit hetzt das Blatt zusammen mit US-hörigen Politikern für höhere Rüstungsausgaben, weil „der Russe vor der Tür steht“. Die Militärhaushalte, in der Lügensprache „Verteidigungshaushalte“ genannt, hatten 2017 folgende Höhe (Sipri): USA: 610 Milliarden Dollar, Europa: 342 Milliarden Dollar, Russland: 66,3 Milliarden, China 228 Milliarden. Allein Europa gibt mehr für Rüstung aus als Russland und China zusammen! Die Lügenpropaganda der Medien und Politiker verschweigt diese Zahlen.
Jeder fünfte Rentner ist arm oder von Armut bedroht. 62 Prozent aller Renten liegen unter 1000 Euro. Schon Voltaire sah diese Bigotterie: „Um hunderttausend Mann auf Totschlag auszuschicken, dafür habt ihr Geld genug. Nicht aber für zehntausend Hungrige?“ Und heute muss man ergänzen: auch nicht für Millionen, die von Altersarmut bedroht sind.
Quelle: Oskar Lafontaine via Facebook

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„Es kann kein mündiger Bürger entstehen und damit keine Demokratie, wenn der öffentliche Debattenraum durch die
Medien dominiert wird.“ (Prof. Mausfeld in dem folgenden Interview): Wie korrupt ist die Psychologie, Herr Mausfeld?

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Hallo liebe Leute,
im Februar dieses Jahres sind wir mit HartzPlus,
unserer Studie zur bedingungslosen Grundsicherung, an den Start gegangen. Um herauszufinden, wie sich ein sanktionsfreies Hartz 4 für unsere Teilnehmenden anfühlt, nehmen diese nun in regelmäßigen Abständen an unseren Umfragen teil. Die erste Umfrage ist abgeschlossen und wird von uns in Zusammenarbeit mit der Uni Wuppertal gerade ausgewertet. Wir sind schon sehr gespannt, was dabei herauskommen wird!
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Wärmeblock V und 100 Jahre Soziale Dreigliederung
Wärmeblock V während der Tagung „ImPuls für die Zukunft – 100 Jahre Soziale Dreigliederung“ am 6. April 2019, Hospitalhof Stuttgart, sowie auf der Veranstaltung „100 Jahre Dreigliederung – Fest und Symposium“ in Achberg am Bodensee vom 26. bis 28. April 2019.
Wärmeblock V besteht aus ca. 500 Rosenziegeln, die im Rahmen eines Art-Events während der Stuttgarter Tagung und der Achberger Veranstaltung abgebaut und in Spendenwährung umgewandelt werden sollen.
Die Transformation von iranischem Rosenstroh in Euro-Spendengold steht für eine verantwortungsbewusste und solidarische Globalisierung und die Idee, alle Menschen zu Mitgestaltern an der Zukunft der Gesellschaft werden zu lassen: „Jeder Mensch ein Künstler“ (Joseph Beuys).
Stuttgart – Der erste Abbau des Rosenblocks findet am Samstag, 6. April 2019 ab 14.30 Uhr in Stuttgart statt und zwar während des „Marktes der Möglichkeiten“, parallel zu vielen weiteren interessanten Präsentationen im Hospitalhof Stuttgart, Büchsenstraße 33, im Vorraum des dortigen Paul-Lechler-Saals.
Achberg – Der zweite Wärmeblock-Event findet von Freitag, 26. April bis Sonntag, 28. April 2019 im Rahmen der Veranstaltung „100 Jahre Dreigliederung – Fest und Symposium“ in Achberg am Bodensee/Allgäu statt…
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🙂 Von der Leyen fordert Schüler auf, für Einhaltung des 2%-NATO-Ziels die Schule zu schwänzen
Berlin (dpo) – Finanzminister Olaf Scholz will in seinem Haushaltsentwurf den Verteidigungsetat deutlich geringer erhöhen als vom Verteidigungsministerium vorgesehen. Nun fordert Ursula von der Leyen deutschlandweit alle Schüler dazu auf, für das 2%-Ziel der NATO auf die Straße zu gehen.
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