Aktuelles vom 28.11.2018 und: „Wesentliches“ – „Makrokosmos und Mikrokosmos – Die große und die kleine Welt..“ und: „Schicksalswege“

Zeugnis der Schwäche: Über die Entscheidung, Krieg zu führen!
„Nichts ist gewonnen, alles ist dahin, stehn wir am Ziel mit unzufriednem Sinn.“ (aus: Lady Macbeth; 3. Akt, 2. Szene)
Die Tagesschau berichtete am Montag, dass der ukrainische Präsident Petro Poroschenko angesichts des Konflikts mit Russland im Asowschen Meer das Kriegsrecht verhängt hat. Das Präsidialamt teilte mit, der Zustand solle ab Mittwochmorgen um 9 Uhr gelten.
Die mächtigste Waffe
Zwischen Krieg und Frieden pendelnd sah Lew Tolstoi das gesellschaftliche Leben der Menschen. Über Krieg im Allgemeinen schrieb er in seinem Werk Kalender der Weisheit: „Die bewaffnete Welt und die Kriege, die sie führt, werden eines Tages zunichte gemacht, aber nicht durch die Könige oder Herrscher der Welt, denn diese profitieren vom Krieg. Der Krieg wird in dem Augenblick aufhören, in dem die Völker, die darunter leiden, wirklich verstehen, dass er schlecht ist.“ Und er zitiert in diesem Zusammenhang den altchinesischen Weisen Laotse: „Die mächtigste Waffe, die wir kennen, ist die Waffe des Segens. Deswegen verlässt sich der Kluge darauf. Er gewinnt durch Frieden, nicht durch Krieg.“ [1]
Krieg wird von den Menschen seit eh und je als grausam, destruktiv und zerstörerisch erlebt. Glück, Liebe und Freude dagegen stehen immer mit Frieden in Verbindung. Es bleibt die Frage, warum findet Krieg überhaupt statt? Liegt es in der Natur des Menschen, sich kriegerisch durchsetzen zu müssen oder kann ihn seine Kultur vor der Selbstzerstörung bewahren?
Etwas über die Entscheidung, Krieg zu führen
Michel de Montaigne stellt folgende Frage in einem Brief: „Ich möchte gerne wissen, ob wir den Krieg, die größte und prächtigste unter allen menschlichen Handlungen, zum Beweis eines gewissen uns eigenen Vorzugs oder vielmehr Gegenteils zum Zeugnis unserer Schwachheit und Unvollkommenheit gebrauchen wollten. In der Tat, die Wissenschaft, uns selbst untereinander zu ermorden und umzubringen, und unsere eigene Art zu verderben und auszurotten, scheint gar nicht so beschaffen zu sein, dass die Tiere, welche sie nicht besitzen, ein großes Verlangen danach tragen sollten.“ [2]
Der Volksmund sagt, dass Tiere den Krieg nicht kennen, damit kann gemeint sein, dass es durchaus nicht in der Natur des Menschen liegt, Kriege zu führen. Sollte es also eine kulturelle Leistung sein?
hier weiter

Der Psychopath
Mike Pompeo ist ein Kriegstreiber in bester US-Tradition.
Nur wenige Tage, nachdem die Trump-Administration den Iran mit weiteren Sanktionen belegt hatte, fiel der US-Außenminister in einem Interview mit einer bemerkenswerten Aussage auf, die sich bei näherer Betrachtung jedoch bestens in die Tradition US-amerikanischer Außenpolitik fügt. Ein Kommentar von Kurt Nimmo.
Mike Pompeo, der Psychopath
von Kurt Nimmo
Während eines Interviews mit BBC Persia erklärte US-Außenminister Mike Pompeo, sein Land werde Millionen Iraner verhungern lassen, sollte sich die iranische Führung nicht dem Willen Amerikas beugen…
hier weiter

Die gefährlichste MAFIA der WELT – Die NATO // Dr.Daniele Ganser von 2015:

…mehr zum Thema Nato: hier weiter

Malaysia will 600 Mio. Dollar“Goldman Sachs‘ Verhalten war ekelhaft“
Die korrupten Milliardendeals mit Malaysias Staatsfonds 1MDB werden für Goldmans Bosse zum Image-Desaster: Sie nickten die Plünderung des Landes ab, ihre Bank verdiente Millionen. Nun fordert der künftige Regierungschef Entschädigung.
hier weiter

Das Migrationschaos
Zu den Themen Flucht und Migration verbreiten Medien und Politik pure Ideologie.
Derzeit wird viel über den Migrationspakt und nun auch über den anscheinend parallel entwickelten Flüchtlingspakt diskutiert. Aber statt die Begriffe Flüchtling und Migrant klar zu definieren, tun diese „Pakte“ offensichtlich sehr viel, um die Grenzen zu verwischen, statt sie zu schärfen. Und so ist es ganz offensichtlich notwendig, die Unterschiede, Ursachen und möglichen Handlungsalternativen einmal gründlicher zu untersuchen — mit für viele Leser sicher überraschenden Erkenntnissen.
Migrationspakt, Flüchtlingspakt — viel wurde bereits darüber berichtet. Es wurden Analysen veröffentlicht, die aufzeigen, was sich dahinter versteckt: elitäre Projekte, die mehr Aktionismus sind, als dass sie die Wurzeln von Problemen angreifen; Projekte, die mehr die Interessen „der Märkte“ als die der Menschen im Auge haben, deren Leben durch die neue „Globalisierung der Menschen“ zerstört oder zumindest gravierend verändert wird.
hier weiter

und

Wesentliches:

R.Steiner:
„Makrokosmos und Mikrokosmos – Die große und die kleine Welt..“
„Was würde mit dem Menschen geschehen, der unvorbereitet hinabtauchen wollte in sein Inneres, der also beim Aufwachen nicht eine äußere Welt sehen wollte, sondern der eindringen wollte in seine eigene innere Welt, in dasjenige, was geistig unserem Äther- oder Lebensleib und unserem physischen Leib zugrunde liegt? Nun, ein solcher Mensch würde in seiner Seele ein Gefühl mit ungeheurer Stärke erleben, das man im gewöhnlichen Leben nur in ganz geringer Abschwächung kennt. Ein Gefühl, das man im gewöhnlichen Leben nur schwach kennt, das würde den Menschen überkommen, wenn er mit voller Aufmerksamkeit beim Aufwachen in sein Inneres hineinsteigen könnte. Durch eine Art Vergleich werden Sie zunächst – und es soll wieder nichts bewiesen werden, sondern es sollen nur Begriffe gewonnen werden – den Begriff erhalten können von diesem Gefühl.
Es gibt im Menschen dasjenige, was man Schamgefühl nennt. Dieses Schamgefühl besteht ja darin, dass der Mensch, wenn er sich in seiner Seele irgendeiner Sache schämt, die Aufmerksamkeit der anderen ablenken will von dem betreffenden Dinge oder der betreffenden Eigenschaft, deren er sich schämt. Dieses Schamgefühl für etwas, was im Menschen ist und was er nicht zur Offenbarung bringen will, ist eine schwache Andeutung von jenem Gefühl, das zu ungeheuerster Stärke wachsen würde, wenn der Mensch beim Aufwachen bewusst in sein eigenes Innere hineinsehen könnte. Es würde dieses Gefühl sich mit einer solchen Gewalt der menschlichen Seele bemächtigen, dass der Mensch es über alles, was ihm entgegentritt, ausgegossen empfinden würde. Er würde ein Erlebnis haben, das sich vergleichen lässt mit dem Gefühl, wie wenn er in Feuer zugrunde gehen würde. Wie eine Art Verbrennen würde dieses Schamgefühl auf ihn wirken. Warum würde es so auf den Menschen wirken? Dieses Schamgefühl würde so auf den Menschen wirken, weil der Mensch in diesem Augenblick empfinden würde, wie eigentlich sein physischer Leib und sein Äther- oder Lebensleib vollkommen sind im Verhältnis zu demjenigen, was er als Seelenwesen ist. Davon, wie der physische Leib und der Äther- oder Lebensleib im Verhältnis zu demjenigen, was der Mensch als Seelenwesen ist, vollkommen sind, kann man sich auch durch gewöhnliche Logik schon einen Begriff machen. Wer rein äußerlich durch die physische Wissenschaft durchdringt den Wunderbau, sagen wir, des menschlichen Herzens oder des menschlichen Gehirns in allen Einzelheiten, ja, wer meinetwillen nur durchdringt ein Stück des menschlichen Knochensystems mit seinem wunderbaren Bau, der wird schon fühlen können, wie unendlich weise und vollkommen dieser menschliche Leib eingerichtet ist. Wenn man nur ein einzelnes Stück Knochen nimmt, zum Beispiel den Oberschenkelknochen, und beobachtet, wie unendlich weise und vollkommen in feinem Netzwerk die Balken so gefügt sind, dass mit dem geringsten Aufwand an Materie die größte Kraft und Tragfähigkeit erzeugt wird, die den Oberleib des Menschen trägt, oder wenn man den wunderbaren Bau des menschlichen Herzens und Gehirns betrachtet, dann kann man schon eine Ahnung erhalten von dem, was man erleben würde, wenn man das Ganze von innen durchschaute, wie es aus Weisheitsurgründen hervorgequollen ist. Vergleicht man damit, was der Mensch als Seelenwesen ist, was er ist in Bezug auf seine Genüsse, Leidenschaften und Begierden, so sieht man, wie der Mensch eigentlich darauf aus ist, zu ruinieren den wunderbaren Bau des physischen Leibes. Er entfaltet sein ganzes Leben lang seine Begierden, Triebe und Leidenschaften und geht im Grunde genommen darauf aus, den Wunderbau des physischen Herzens und Gehirns zu ruinieren. Was man im gewöhnlichen Leben beobachten kann, wie der Mensch dadurch, dass er sich dem Genusse dieser oder jener Genussmittel hingibt, sein Herz und sein Gehirn zugrunde richtet, das sind ja sozusagen nur die trivialen Anfänge einer Zerstörungstätigkeit an dem Wunderbau des Menschenleibes. Das alles würde vor der menschlichen Seele lebendig stehen, wenn sie bewusst hinabsteigen würde in ihren Äther- oder Lebensleib und in ihren physischen Leib. Und es würde etwas ungeheuer Niederschmetterndes, etwas Auslöschendes für den Menschen haben, wenn er vergleichen könnte die Unvollkommenheit der menschlichen Seele mit dem Wunderbau des Leibes, wenn er sehen könnte, was in seiner Seele ist, und das vergleichen damit, wie die weise Weltenführung seinen physischen und seinen Ätherleib gemacht hat, in die er jeden Morgen bei dem Aufwachen hinuntertaucht. Darum wird er davor behütet, in bewusster Weise hinunterzusteigen in sein eigenes Inneres, er wird abgelenkt auf das, was sich als äußerer Sinnesteppich vor seinen Sinnen den ganzen Tag über ausbreitet. Er kann nicht hineinschauen in sein Inneres.
Der Vergleich zwischen der menschlichen Seele und demjenigen, was geistig zugrunde liegt dem physischen und Äther- oder Lebensleib, würde Schamgefühl hervorrufen, und diesem Gefühl wird vorgearbeitet durch alle jene Seelenerlebnisse, die der Mystiker durchmacht, bevor er würdig wird, hinunterzusteigen in sein Inneres. Es sind namentlich die Erlebnisse des Mystikers, die in seiner Seele hervorrufen den denkbar stärksten Vorsatz, seine Seele selber als unbedeutend, als schwach zu empfinden, als so zu empfinden, dass sie einen unendlich weiten Weg der Vervollkommnung vor sich hat. Daher muss der Mystiker namentlich die Empfindungen der Demut und der Vervollkommnungssehnsucht in seiner Seele erwecken, damit sie ihn vorbereiten, den Vergleich dadurch auszuhalten, sonst müßte er vor Scham wie im Feuer verbrennen. Der Mystiker macht sich reif dazu durch folgende Gedanken: Gewiss, wenn ich das anschaue, was ich bin, und es vergleiche mit dem, was die weise Weltenlenkung an mir gemacht hat, muss ich einsehen, wie klein, wie schlecht, wie niedrig ich noch bin. – Und das Schamgefühl, das ja äußerlich Schamröte erzeugt, würde sich so auswachsen, dass es wirklich ein versengendes, brennendes Feuer werden könnte, wenn nicht der Mystiker sich sagen könnte: Ja, jetzt fühle ich mich so gering als möglich gegenüber demjenigen, was ich werden kann, aber ich will versuchen, die starken Kräfte in mir zu entwickeln, die mich fähig machen, auch geistig dem zu entsprechen, was die weise Weltenlenkung in meine Leiblichkeit hineingebaut hat. – Dem Mystiker, der in sein Inneres hineinsteigen will, wird begreiflich gemacht von dem geistigen Lehrer, dass er zunächst fühlen muss ein Gefühl der Demut, das sozusagen bis ins Unendliche geht. Dieses Gefühl lässt sich etwa so schildern. Man kann demjenigen, der angehender Mystiker ist, sagen: Sieh dir einmal die Pflanze an. Die Pflanze wurzelt in dem Boden. Der Boden bietet ihr ein Reich dar, das niedriger ist als das Pflanzenreich. Die Pflanze kann aber nicht leben ohne dieses Reich, das zunächst für ein niedrigeres genommen werden muss. Wenn die Pflanze sich hinunterneigt zu dem mineralischen Reich, dann kann sie sagen: Diesem niedrigeren Reich, aus dem ich hervorgewachsen bin, dem verdanke ich mein Dasein. Sie müßte sich in Demut zu dem niedrigeren Reich neigen und sagen: Dir verdanke ich, dass ich bin. Ebenso verdankt das Tier dem Pflanzenreich das Dasein. Es müßte, wenn es seiner Stellung im Weltenbau sich bewusst werden würde, in Demut sich zum niedrigeren Reiche neigen. Und der Mensch, der sich umschaut in der Welt, er müßte sagen: Eigentlich könnte ich diese Stufe nicht erreicht haben, wenn nicht alles dasjenige, was unter mir ist, sich in der entsprechenden Weise entwickelt hätte. – Wenn der Mensch solche Gefühle in seiner Seele entwickelt, dann kommt in sie die Stimmung, dass er eigentlich nicht nur Grund hat, in Dankbarkeit aufzublicken zu dem, was über ihm ist, sondern auch mit Dank zu schauen auf dasjenige, was unter ihm ist. Wenn das so recht in der Seele sich verbreitet, was man die Erziehung zur Demut nennen kann, dann wird die Seele durchflossen und durchdrungen von diesem Demutsgefühl, von dieser Demutsempfindung, dass man noch einen unendlich weiten Weg vor sich hat, um vollkommen zu werden.
Alles, was jetzt gesagt worden ist, kann nicht erschöpft werden mit Begriffen und Ideen. Wenn man das könnte, dann wäre der Mystiker bald fertig. Aber es lässt sich nicht erschöpfen mit Begriffen und Ideen, sondern es lässt sich nur erleben. Nur derjenige, der immer wieder und wiederum solche Gefühle erlebt, der verbreitet über seine Seele die Grundstimmung, die notwendig ist für den Mystiker.
Wenn der Mensch reif werden will, hinunterzusteigen in sein Inneres, dann muss er jenes Gefühl entwickeln, welches ihn befähigt, dasjenige, was sich ihm in den Weg stellen kann, wenn er vollkommener und immer vollkommener werden will, zu ertragen. Ergebenheitsgefühl muss er dem gegenüber entwickeln, was er ertragen soll, um sich einer gewissen Stufe der Vollkommenheit zu nähern. Es muss durch lange, lange Zeiten hindurch der Mystiker in sich das Gefühl ausbilden, dass man nur durch Überwindung von Leid die starken Kräfte entwickelt, die man braucht, um die Seele aus jenem Zustand herauszubringen, in dem sie sich schwach fühlen muss gegenüber demjenigen, was sich ihr in den Weg stellt. Da muss die Seele auf sich wirken lassen jene Empfindung, durch die sie sich immer wiederum sagt: Wenn auch noch so viel Schmerzen mich treffen werden, ich will aufrecht stehen ihnen gegenüber, ich will nicht wanken; denn wenn ich nur das genießen würde, was mir das Leben an Glück bringt, dann würde ich niemals die starke Kraft entwickeln können, die die menschliche Seele braucht. Kräfte werden durch Widerstand, in der Überwindung von Hindernissen erlangt, nicht dadurch, dass man einen Zustand einfach hinnimmt. Nur dadurch werden die Kräfte gestählt, dass man sie anspannt in der Überwindung von Hindernissen, dass der Mensch bereit ist, Leid und Schmerz mit Ergebung zu ertragen. Das ist etwas, was der Mystiker in seiner Seele entwickelt, wenn er sich bereit machen will, hinunterzusteigen in das eigene Innere, ohne in Schamgefühl zu verbrennen.
Das alles, was da durchzumachen ist, muss selbstverständlich der Mensch im normalen Leben nicht durchmachen, und niemand darf glauben, dass an den gewöhnlichen Menschen das Ansinnen gestellt wird durch irgendeine Geisteswissenschaft, dass er solche Übungen durchmacht. Was hier geschildert wird, ist nicht etwas, was Forderungen aufstellt, sondern es geschieht, um zu erzählen, was diejenigen, die freiwillig eine Summe von solchen Erlebnissen auf sich nehmen, aus ihrer Seele machen können, und was der Mystiker erstrebt; er macht seine Seele fähig, hinunterzusteigen in dieses menschliche Innere. Im normalen Verlauf des Lebens stellt sich aber zwischen das, was man als Mystiker erleben kann im Innern, und das, was man in der äußeren Welt erlebt, der Empfindungsleib des Menschen hinein und behütet den Menschen davor, dass er unvorbereitet in sein Inneres hineinsteigt und sozusagen vor Schamgefühl verbrennen würde. Was es ist, das den Menschen davor behütet, unvorbereitet in sein Inneres hineinzusteigen, kann er natürlich im normalen Verlauf des Lebens nicht erfahren, denn da dringt er schon an die Grenze der geistigen Welt. Diese Grenze muss der Geistesforscher, der das menschliche Innere erforschen will, allerdings überschreiten. Der Geistesforscher muss also hindurchschreiten durch den Strom, der das gewöhnliche, normale menschliche Bewusstsein ablenkt von dem Inneren auf das Äußere. Dieses gewöhnliche, normale menschliche Bewusstsein wird behütet, in einem unreifen Zustand hineinzugelangen in das menschliche Innere, wird behütet davor, im Feuer der eigenen Scham zu verbrennen. Die Macht, welche da den Menschen jeden Morgen beim Aufwachen behütet, hineinzusteigen in das eigene Innere, kann der Mensch nicht sehen. Es ist die erste geistige Wesenheit, welcher der echte, wirkliche Geistesforscher auf dem Wege, der in sein Inneres führt, begegnet. Er muss vorbeikommen an jener Wesenheit, welche im normalen Bewusstsein ihn behütet vor dem innerlichen Verbrennen, vor dem innerlichen Brande. Er muss vorbeikommen an derjenigen Wesenheit, die ablenkt sein Nach-innen-Schauen auf die Außenwelt, auf den äußeren Sinnesteppich. Die Wirkung dieser Wesenheit verspürt das normale Bewusstsein. Sehen kann der Mensch sie nicht, denn es ist schon die erste geistige Wesenheit, an der wir vorbeikommen müssen, wenn wir in die geistige Welt eindringen wollen. Und diese geistige Wesenheit, welche jeden Morgen beim Menschen steht und ihn davor behütet, in unreifem Zustand sein eigenes Innere geistig zu schauen, nennen wir in der Geisteswissenschaft den kleinen Hüter der Schwelle. An diesem kleinen Hüter der Schwelle vorbei führt der Weg in die geistige Welt hinein.
So haben wir zunächst an ganz naheliegenden Erlebnissen des Tages unser Bewusstsein hingeführt bis zu der Grenze, wo wir ahnen können, was der Geistesforscher sieht als den kleinen Hüter der Schwelle. Beschreiben wollen wir diesen kleinen Hüter der Schwelle später, denn wir wollen ausgehen von Bekanntem und allmählich dem Unbekannten uns nähern. Damit also ist auch schon angedeutet, dass wir unser wahres Wesen eigentlich im Tagesbewußtsein, im Wachzustand gar nicht sehen. Und wenn wir unser eigenes Wesen im Sinne der beiden letzten Vorträge den Mikrokosmos nennen, die kleine Welt, dann können wir sagen: Wir sehen den Mikrokosmos eigentlich niemals in seiner wahren geistigen Gestalt, sondern wir sehen nur das, was sich im normalen Zustande von ihm zeigt, nur das Äußere. Es ist also wirklich etwas, was sich vergleichen lässt mit einer Art von Spiegelbild. So wie wir, wenn wir in den Spiegel sehen, unser Bild sehen und nicht uns selber, so sehen wir den Mikrokosmos, das eigentliche Wesen des Menschen, wenn wir im Tagesbewußtsein sind, nicht selber, sondern wir sehen nur sein Spiegelbild; wir sehen den Mikrokosmos im Spiegelbild.“
Rudolf Steiner in der GA 119 („Makrokosmos und Mikrokosmos – Die große und die kleine Welt. Seelenfragen, Lebensfragen, Geistesfragen“), S. 88 ff.

dazu – auch als Meditation möglich:

Die Fußwaschung

Ich danke dir, du stummer Stein,
und neige mich zu dir hernieder:
Ich schulde dir mein Pflanzensein.

Ich danke euch, ihr Grund und Flor,
und bücke mich zu euch hernieder:
Ihr halft zum Tiere mir empor.

Ich danke euch. Stein, Kraut und Tier,
und beuge mich zu euch hernieder:
Ihr halft mir alle drei zu Mir.

Wir danken dir, du Menschenkind,
und lassen fromm uns vor dir nieder:
weil dadurch, dass du bist, wir sind.

Es dankt aus aller Gottheit Ein-
und aller Gottheit Vielfalt wieder.
In Dank verschlingt sich alles Sein.

Dies hat Morgenstern inspiriert.

Der Hüter der Schwelle

Jede neue Stufe ins Helle
ist neuer Währung Wert.
Vor ihr mit flammendem Schwert
steht der Hüter der Schwelle.
Vor jeder Stufe wache und bete.
Daß deine Seele rein
den neuen Tempel betrete,
muß sie selber ein Tempel sein.
Bis einst in heiliger Helle
zu ihres Ursprungs klarer Quelle
sich klärt
des Willens wandernde Welle –
hüte mit flammendem Schwert,
hüte uns, Hüter der Schwelle . . .

Manfred Kyber

…mehr auch in:
Zusammengetragene „Schnippsel“ zur Erkenntnistheorie von R. Steiner
hier weiter

+++

GA 240 S.63-67
Schicksalswege
„Es gibt noch ein anderes Tor hinüber in die geistige Welt: das ist die Sonne. Wenn man durch Initiationswissenschaft die Sonne kennenlernt, dann trifft man nicht Wesenheiten, welche zusammenhängen mit unserer Erde selber wie die Mondwesenheiten; man trifft nicht Wesenheiten in der Sonne, die einmal die Erde bewohnt haben. Man trifft die-jenigen Wesenheiten, die Sie bezeichnet finden in meiner «Geheimwissenschaft» als A n g e l o i und die höheren Wesenheiten in den Hierarchien. Wenn ich sage «in der Sonne», so müssen Sie sich natürlich solche in der ganzen Sphäre der Sonne, in der ganzen Lichtflut, die von der Sonne ausgeht, vorstellen. Die Sonne ist der Wohnsitz der Angeloi, Engel, jener Wesenheiten, von denen je eine immer zusammenhängt mit einem Menschenindividuum. Und wir Menschen hängen schon einmal mit Bezug auf unser Ich mit diesen höheren Individuen zusammen, und wir hängen durch das Sonnendasein mit diesen höheren Individuen zusammen. Die Angeloi sind gewissermaßen die kosmischen Vorbilder des Menschen, denn der Mensch wird einmal die Rangstufe der Angeloi erreichen. Auf der Sonne leben diejenigen Wesenheiten, denen wir uns hinsichtlich ihrer Beschaffenheit selber nähern. Daraus werden Sie schon entnehmen, daß ebenso, wie mit dem Mondendasein unsere Ver-gangenheit, so mit dem Sonnendasein unsere Zukunft zusammenhängt. Mond und Sonne stellen eine Welt unserer Vergangenheit und unserer Zukunft dar, und wenn wir auf der einen Seite sehen, daß die Monden-wesen die Buchhalter unserer Vergangenheit sind, daß gewissermaßen unsere vergangenen Erdenleben auf den Blättern ihrer Bücher eingezeichnet sind, so wird uns durch die Initiationswissenschaft klar, daß wir zu den Angeloi, Engeln, hinschauen müssen, wenn wir uns um unsere Zukunft kümmern. Wir tun ja fortwährend etwas, vielleicht nicht alle, aber die meisten Menschen müssen ja etwas tun. Geradeso wie dasjenige, was wir in der Vergangenheit getan haben, in unser gegenwärtiges Leben hineinwirkt, so müssen diejenigen Dinge, die wir in der Gegenwart tun, in die Zukunft hineinwirken. Sie können aber nur dadurch in die Zukunft hineinwirken, daß gewissermaßen die Angeloi hinlenken ihre Seelenblicke auf dasjenige, was der Mensch in der Gegenwart tut, und es zur Wirkung bringen in der Zukunft. Es ist eine sehr gute Empfindung, wenn man mit dieser Aufgabe der Angeloi in der Welt rechnet. Wir vollbringen ja manches, was in der Zukunft Früchte tragen soll. Die Gegenwartsmenschheit ist in bezug auf solche Dinge furchtbar gedankenlos geworden. Sie sollte solche Dinge ins Auge fassen, und wenn der Mensch irgend etwas tut, so soll er an seinen Angelos denken, etwa so:
«Mein schützender Geist empfange dasjenige, was meine Tat ist, als eine Wurzel und bringe Früchte daraus hervor.» Je bildlicher, je anschaulicher ein Mensch also anknüpft eine solche Ansprache an seinen Angelos für Taten, die in der Zukunft Früchte tragen sollen, desto mehr wird von diesen Früchten in der Zukunft vor-handen sein können. – So also, wie die Mondenwesen unser vergangenes Schicksal aufbewahren, so weben fortwährend die Sonnenwesen neues Schicksal in die Zukunft hinein. In Wahrheit wird nicht nur das äußere physische Sonnenlicht von der Sonne auf die Erde hinuntergeschickt, nicht nur der äußere Mondenschein; sondern wenn wir mit geistigen Blicken hinschauen zu Sonne und Mond, so wissen wir, daß der Mond in Zusammenhang steht mit unserem astralischen Leibe. Durch diese Beziehung zu unserem astralischen Leibe ist der Mond der Ausgangspunkt für alles dasjenige, was aus unserer Vergangenheit heraus in unser Schicksal hineinverwoben wird. Die Sonne steht in Zusammenhang mit unserem Ich, und durch die Wesenheiten, die uns ein Vorbild sind für unsere kosmische Zukunft, steht die Sonne in Beziehung zu dem, was unser zukünftiges Schicksal ist. So weben sich in Sonne und Mond, die miteinander äußerlich in Lichtwirkung stehen, im Bilde in der Wechselbeziehung von Sonne und Mond die himmlischen Spiegelbilder unseres Schicksals.
Die Initiationswissenschaft liefert in dieser Beziehung eine wirkliche Erklärung dieses Tatbestandes. Wenn derjenige, der wirklich so weit gekommen ist, wie es nötig ist – ich habe es in meinem Buch «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» beschrieben -,
den V o l l m o n d betrachtet, dann sieht er nicht nur das, was das menschliche Bewußtsein sieht, sondern er sieht vor allen Dingen im mitgeteilten Lichte sein vergangenes Schicksal, den Inhalt seines vergangenen Erdenlebens. Und wenn er den entsprechenden Geistesblick geschärft hat und er schaut hin an eine Stelle, wo
der N e u m o n d ist, den man nicht sieht mit dem physischen Auge, dann wird ihm dasjenige, was ihm jetzt aus dem dunklen Neumond entgegenf instert, entgegenschattet, der große Mahner aus seinem Schicksal heraus, der ihm zuruft, wie er sich gegenüber Dingen seiner Vergangenheit im vorigen Erdenleben zu verhalten hat, um sie wieder auszugleichen in der karmischen Entwickelung.
In einer ähnlichen Beziehung kann der Mensch zur Sonne stehen.
Auch da kann er dasjenige, was ihm winkt an künftigen Schicksalsbestimmungen, wenigstens im allgemeinen, wenn auch nicht im speziellen, ahnen. Wenn wir jetzt vom Kosmischen absehen und hinschauen auf den Menschen selber, dann finden wir ja das menschliche Schicksal wirklich in wunderbarer Weise aus zwei Elementen heraus gewoben.
Wenn zwei Menschen, sagen wir der eine in seinem fünfundzwanzigsten, der andere in seinem dreißigsten Jahre, einander begegnen, so kann der Fall eintreten – er wird es nicht immer -, daß, wenn der eine oder der andere zurückblickt auf sein bisheriges Erdenleben, ihm ganz klar wird: sie haben ihre Lebenswege so durchgemacht, als ob sie einander gesucht hätten. Es ist nur eine Gedankenlosigkeit, wenn wir auf solche Dinge nicht aufmerksam werden. Schon das Kind hat die Richtung des Weges genommen, der es dahin führen mußte, wo es den anderen Menschen trifft, und der andere Mensch hat auch diesen Weg genommen, und alles dasjenige, bis zum gemeinsamen Treffpunkt, es hat sich im Unterbewußten vollzogen. Aber was hat denn im Unterbewußten gewirkt? Wenn der eine der A ist und der andere der B, so ist der A hinuntergestiegen durch die Mondensphäre, bevor er das Erdenleben betreten hat. Die Mondenwesen haben in die Bücher, auch in den astralischen Leib dasjenige eingezeichnet, was er gemeinsam hatte im vergangenen Erdenleben mit dem B, und diese Eintragungen in die Akasha-Mondchronik, die haben den Weg beeinflußt, ebenso bei dem B.
Von dem Momente an, wo sich die beiden Menschen treffen, hört das Unterbewußte auf, die alleinige Bedeutung zu haben, denn dann werden die Menschen einander ansichtig. Sie machen aufeinander einen Eindruck. Sie werden einander sympathisch oder antipathisch. Es wirkt nicht mehr eine Konservierung des Vergangenen, es wirkt nun die Gegenwart. Es treten die Angeloi ein und führen die Menschen dann weiter. Da tritt das Sonnendasein in seine Kraft, so daß wirklich im Inneren des Menschen Sonne und Mond zusammen das Schicksal des Menschen weben. Das ist ja, im Grunde genommen, recht genau wahrzunehmen, wenn man nur sinnig auf das Menschenleben hinschaut.
Nehmen Sie einmal zwei Menschen, die sich irgendwo begegnen. Der Eindruck, den sie aufeinander machen, kann sehr verschiedenartig sein. Es gibt Fälle, wo zwei Menschen sich treffen, und es ist wirklich so, daß der eine Mensch den anderen ganz in seinen Willen, in sein Gemüt aufnimmt. Dieses Aufnehmen ins Gemüt, das ist in einem hohen Grade unbeeinflußt von dem persönlichen Eindruck. Bloße Verständlinge haben eben nicht viel Verständnis für dasjenige, was da innerlich vorhanden ist, denn es gehört ja wirklich zum Wunderbarsten, wenn man einmal sieht, wie ein Mensch dem anderen gegenübertritt. Einmal nimmt wirklich der A den B so in seinen Willen auf, daß er sagt: Ich möchte es selber ausführen, was der B tut: Wie es ihm gefällt, so gefällt es auch mir. Nun ist aber der B häßlich, und man kann nicht begreifen, daß der B dem A gefällt. Sehen Sie, die Anziehung von B zum A wird nicht gebildet durch den Verstand, auch nicht durch die Sinneseindrücke, sondern durch die tiefen seelischen Kräfte: durch den Willen und dasjenige, was vom Willen ins Gemüt geht. Da mag der andere noch so häßlich sein, die Häßlichkeit hat er erst im gegenwärtigen Erdenleben bekommen. Dasjenige, was die beiden verbindet, hat seinen Ursprung in demjenigen, was sie gemeinsam durchlebt haben im vor-herigen Erdenleben. Beim äußeren Anblick meint man, die beiden Menschen passen doch gar nicht zusammen; aber dasjenige, was sie in ihrem Unterbewußtsein haben, das führt ihre Willen zusammen. Das zeigt sich oftmals schon in der Kindheit. Wie sehr ist man als Kind schon darauf aus, so zu sein wie «er», so zu wollen wie «er», so zu fühlen wie «er». Dann ist eine karmische Beziehung vorhanden.
Dies ist eine Art, wie Menschen im Leben einander begegnen, und würde man auf diese Art recht aufmerksam sein, wie man es einmal in einer gar nicht fernen Zukunft sein wird, wo man wieder mehr auf das Innere des Menschen sehen wird, dann würde in diesen Fällen, in der Art und Weise, wie ein Wille pulsiert, zu erkennen sein, daß man schon mit Menschen vergangene Erdenleben durchgemacht hat, und unterbewußte Seelenkräfte sagen etwas darüber aus, was man mit einem Menschen im vergangenen Erdenleben durchgemacht hat.
Der andere Fall ist der, daß man irgendeinen Menschen trifft, bei dem sich kein solches Verhältnis zwischen den Willen einstellt, sondern gerade ein solches, wo der ästhetische oder der Verstandeseindruck das Maßgebende ist. Wie oft kommt es vor, daß ein A einen B kennenlernt und dann nicht im Tone jener Begeisterung oder des Abscheus von ihm redet, in dem man redet von einem Menschen, mit dem man früher karmisch verbunden war. Man lobt vielleicht einen solchen Menschen, mit dem man nicht karmisch verbunden ist, findet ihn nett, einen Prachtskerl, aber er geht nicht in den Willen hinein, sondern nur in den Ver-stand, in den ästhetischen Sinn.
Das ist die zweite Art, wie man mit Menschen zusammentrifft. Geht dasjenige, was zwei Menschen als Wirkung aufeinander ausüben, bis in den Willen, in das Gemüt, in den Charakter hinein, dann liegt eine karmische Zusammengehörigkeit vor, dann sind die beiden Menschen zu-sammengeführt durch gemeinsame Erlebnisse im vergangenen Erden-leben. Geht von einem Menschen ein Impuls aus, der nur bis in den Verstand, den ästhetischen Sinn hineinreicht, so daß uns der Mensch nur gefällt, nur mißfällt, dann liegt nicht etwas vor, was der Mond gemacht hat, sondern was die Sonne erst gegenwärtig macht und was erst eine Fortsetzung in der Zukunft finden wird. So daß man also durch ein sinniges Betrachten des Menschen dazu kommen kann, zu empfinden, wo karmische Beziehungen vorliegen.“
Rudolf Steiner 1924
Esoterische Betrachtungen karmischer Zusammenhänge
GA 240 S.63-67 Schicksalswege

…mehr:
Karma – Gedanken / Kurzauszüge

Karma – Gedanken / Kurzauszüge

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*