Aktuelles vom 7.7.2018 und: Stoppen wir die Ausbeutung der Dritten Welt!

Demonstration gegen die NATO in Brüssel unter dem Motto „Make Peace Great Again!“
Der nächste Gipfel der NATO findet am 11. und 12. Juli in Brüssel statt. Natürlich wird auch Generalsekretär Jens Stoltenberg dabei sein. Wie auch im vergangenen Jahr wird es Protestaktionen geben.
Am 7. Juli um 15 Uhr versammeln sich Friedensaktivisten aus ganz Europa unter dem Motto „Make Peace Great Again!“ am Brüsseler Nordbahnhof. Die Organisatoren rechnen mit ca. 10.000 Teilnehmern. So viele waren letztes Jahr anwesend.
Im Vorfeld des NATO-Gipfels, der am 11. und 12. Juli stattfindet, wollen Aktivisten gegen das transatlantische Militärbündnis protestieren. US-Präsident Donald Trump hat angekündigt, zum Gipfel nach Brüssel zu reisen…
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Bundesregierung will Rüstungshaushalt 2019 noch einmal erhöhen
Der Nato-Gipfel steht an, Trump drängt auf Erhöhung der Rüstungsausgaben und sorgt mit dem geplanten Treffen mit Putin und Äußerungen über die Krim für Verunsicherung
Der bevorstehende Nato-Gipfel am 11. und 12. Juli in Brüssel und Briefe von US-Präsident Donald Trump an unbotmäßige Nato-Mitgliedsländer dürften für die im Flüchtlingsstreit angeschlagene Regierung im Hintergrund gestanden haben, noch einmal schnell die Rüstungsausgaben zu erhöhen.
Dazu kommt auch noch die Begegnung von Trump mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin, die womöglich das bislang auf Hochrüstung und Konflikt gepolte Verhältnis zwischen den USA und Russland mit Auswirkungen auf die Nato verändern könnte. Wie sich aus Äußerungen von Sicherheitsberater Bolton nach dem Treffen mit Putin am 27. Juni herauslesen lässt, wird Trump eher nach Möglichkeiten einer Kooperation suchen.
Das groß aufgebauschte Thema der Einmischung in die Wahlen und der russischen Desinformationskampagne dürfte keine große Rolle spielen. Sowohl Trump als auch Bolton scheinen die Annexion der Krim eher nach der Devise “Wir stimmen überein, hier nicht zu übereinstimmen” herunterspielen zu wollen, selbst die Fortsetzung der Sanktionen ließ man offen: Schauen wir mal.
Quelle: Telepolis

dazu auch:

…die ewigen Scharfmacher – und kein Maulkorbverbot in Sicht! admin:
Wadephul (CDU) zu Verteidigungsetat: “Das stellt uns nicht zufrieden”
Die Erhöhung des Verteidigungsetat auf 42,9 Milliarden für 2019 sei ein guter Weg, sagte Unions-Fraktionsvize Johann Wadephul im Dlf. Aber man müsse ambitionierter sein. Schließlich habe Deutschland für 2024 das Zwei-Prozent-Ziel zugesagt. Zusätzlich gehe es darum, die Bundeswehr zu modernisieren.
Quelle: Deutschlandfunk

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Das neokoloniale Projekt
Stoppen wir die Ausbeutung der Dritten Welt! Exklusivabdruck aus „Leistet Widerstand!“.

„Fluchtursachen bekämpfen“? Es wäre schon viel damit gewonnen, wenn die westlichen Industrienationen nicht fortwährend Fluchtursachen erzeugen würden. Der viel gepriesene „Freie Welthandel“ ist eine Ausbeutungsmaschinierie nach dem Gusto des reichen Nordens. Wir zerstören systematisch die Volkswirtschaften im Süden und beklagen uns, wenn Flüchtlinge zu uns kommen, denen nicht die Folter droht, sondern „nur“ der Hungertod. Der Handelsrkrieg gegen die ärmsten Nationen der Welt muss aufhören. Eine andere Politik ist möglich — und sie ist bitter notwendig.
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Russiagate“? – Ehemaliger US-Botschafter in der Sowjetunion zerpflückt Geheimdienstbericht
Jack Matlock wurde 1983 unter Ronald Reagan Mitglied im US-National Security Council und war von 1987-1991 US-Botschafter in Moskau. In dieser Zeit hatte er TOP-Secret-Clearance und gab seine Stellungnahme zu zahlreichen Geheimdienstberichten ab, die über seinen Schreibtisch liefen. Er kennt die US-Geheimdienste also bestens und er lässt am „Bericht“ zu Russlands angeblicher Einmischung in die Präsidentschaftswahl kein einziges gutes Haar…
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🙂 „Habe gehört, Deutschland wurde von Mexikanern überrannt“: Trump beschleunigt Bau der Grenzmauer
Washington (dpo) – Donald Trump fühlt sich bestätigt: Nachdem der US-Präsident gehört hat, dass Deutschland am Wochenende von Mexikanern überrannt wurde, kündigte er via Twitter an, den Bau der US-Grenzmauer zu dem Nachbarland zu beschleunigen.
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+++Wesentliches+++

Aus:
E i n N a c h r i c h t e n b l a t t Nachrichten für Freunde der Anthroposophie und Mitglieder der Anthroposophischen Gesellschaft
8. Jahrgang, Nr. 12:

Was einen bewegen kann, wenn man zwei Artikel in „DER SPIEGEL“ liest und diese zusammenschaut
Im Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ vom 19.5.2018 findet sich ein Artikel mit dem Titel „Aufholen und Überholen“. Mehrere Autoren schildern darin die wachsende wirtschaftliche Macht Chinas und die Herausforderungen, die dadurch für die Volkswirtschaften Europas und der USA entstehen.
Wenn man die Informationen dieses Artikels zur Kenntnis nimmt, dann sieht man, wie sich das wirtschaftliche Handeln zunehmend in globalisierten Strukturen vollzieht, dass die Triebfeder aber nicht der Wille zu einer solidarischen (brüderlichen) Zusammenarbeit ist, sondern von der Konkurrenz um Marktanteile und damit letztlich vom Egoismus angetrieben wird. In unseren Köpfen spukt ja immer noch, dass dieser am Ende das größte Gemeinwohl herbeiführen soll. Die negativen Auswirkungen dieses Handelns, die man im Laufe der Zeit zur Kenntnis nehmen musste, versucht man mit Einrichtungen des „Sozialstaates“ abzufedern. Über Begleiterscheinungen wie Umweltbelastung und Umweltzerstörung, sinnlose Überproduktion und Ausbeutung von Menschen redet man im Nachhinein, um im Kampf von „Aufholen und Überholen“ nicht auf der Strecke zu bleiben. Unser wirtschaftliches Leben wird also mit viel Intelligenz in einer „sportlichen“ Gesinnung – mit einer „Gewinnermentalität“ – betrieben.
Beim Betrachten der Phänomene kann sich aber auch die Empfindung einstellen, dass es sich dabei um einen „Tanz auf dem Vulkan“ handelt. Dieser hat schon in der Vergangenheit Menschenrechtsverletzungen, Schäden im menschlichen Zusammenleben und in der Natur und kriegerische Auseinandersetzungen mit sich gebracht und tut dies bis heute, da das wirtschaftliche Leben eng mit den politischen Systemen und deren Machtansprüchen verbandelt ist. Durch Rudolf Steiner wissen wir, dass diese enge Verbandelung keine Notwendigkeit ist und geändert werden kann.
Eine neue Perspektive ergibt sich, wenn man die Verwirklichung von Menschenrechten und die Bewahrung der Umwelt durch Rechtsvereinbarungen zu einer Vorbedingung für wirtschaftliches Handeln macht und weltweit eine rationale und wirklich solidarische Zusammenarbeit sucht. Wir alle kennen wahrscheinlich Initiativen, die in dieser Richtung tätig sind. Das Bemühen um diesen Impuls ist eine der wichtigen sinnstiftenden menschlichen Aufgaben für die Zukunft.
Und dann der zweite Artikel: Unter dem Titel „Das wird man ja wohl noch singen dürfen“ ein Tourbericht der Rockband Frei.Wild. Mit lauter, aggressiv treibender „ Rock-Musik“ und einem provokativ formulierten Basis-Gedankengut, das für sich Ehrlichkeit und künstlerische Freiheit in Anspruch nimmt, füllt diese Band in Deutschland große Arenen. Die musikalische Aussage an sich ist so inhaltsleer, dass man auf youtube fast nur offizielle Videoclips (also Musik unterlegt mit Bildgeschichten) zu den Songs findet. Philipp Burger, der Kopf der Band, sagt, er sei nicht rechts, sondern konservativ. „Ich schätze die scheinbar gestrigen Werte: Familie, Treue, Ehrlichkeit, Tradition.“ Wenn er nicht über Heimat singen könnte, würde er Depressionen kriegen.
Der Reporter versucht das Phänomen des Erfolges der Band bei einer ziemlich heterogenen Anhängerschaft zu verstehen: «Frei.Wild schreibt Lieder für Leute, bei denen sich offensichtlich etwas aufgestaut hat, die darum ringen, wo sie herkommen und wer sie eigentlich sein wollen. Die etwas rauslassen wollen, das man nicht überall laut sagen darf, aber singen schon.» Ein Fan sagt, die Band gebe jemandem wie ihm eine Stimme. „Ich meine: Wir sind doch auch noch da. Uns hört niemand zu.“ Anders formuliert: Wir fühlen uns als Menschen nicht wahrgenommen.
Ich gehe davon aus, dass die meisten Fans in Arbeitsverhältnissen stehen und zum wirtschaftlichen Erfolg ihrer Unternehmen beitragen. Aber können sie in ihrer Tätigkeit einen menschheitlichen Sinn erkennen, der auch sie aufwerten würde? Werden sie an ihrem Arbeitsplatz als „Vollmenschen“ wahrgenommen, und wird ihnen eine echte Mitwirkung in ihren Aufgabenfeldern ermöglicht und zugetraut? Wäre dies möglich, dann würden ganz neue Identifikationsmuster entstehen; ist dies nicht möglich, dann werden eben die alten wieder aufleben.
Das eine Phänomen – die Kampfmentalität in den wirtschaftlichen Verhältnissen – und das Nicht-Erkennen und die Abwertung des Mitmenschen hängen zusammen, sind wie zwei Seiten einer Medaille. Hier gibt es Heilungsbedarf. Die Diagnose hat R. Steiner gestellt und den Heilungsansatz mitgeteilt: Es sind die Ideen der „Dreigliederung des sozialen Organismus“, die nach wie vor zur Verwirklichung kommen wollen. Ihre schrittweise Realisierung wird kein Paradies auf Erden schaffen, aber das menschliche Zusammenarbeiten wird sinnvoller als unter den gegenwärtigen Bedingungen erfahren werden können. Jeder einzelne wäre an seinem Arbeitsplatz als Mitgestalter einer menschlicheren Zukunft gefragt – und hätte sich daran abzuarbeiten.
Ich denke, wir sind aufgerufen, an der Vorbereitung solcher Verhältnisse mitzuwirken, die als einzige den ersehnten Frieden in die Welt bringen können. Ein einzelner hilft hier nicht, sondern wer sich zur rechten Zeit mit anderen zusammentut, hätte Aussicht auf Erfolg.
Michael Munk, Kassel

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