Der dümmlich-gleichgeschaltete Deppen-Journalismus…

Deppen-Journalismus
Die Tagesschau betreibt viel Aufwand, um davon abzulenken, was sie alles verschweigt.
Die Tageschau, das Urgestein unter den deutschen Fernseh-Informationssendungen, ist ein Fels in der Brandung: pünktlich, sachlich, absolut zuverlässig. Oder? Ein zweiter Blick lohnt sich in diesem Fall. Und da wird jeder, der nicht unter unheilbarer Russland-Phobie leidet, Heiko Maas für die deutsche Polithoffnung unserer Zeit hält und Saudi-Arabien für einen absolut integeren Verbündeten, doch langsam misstrauisch. Wollen uns die Nachrichten-Macher eigentlich für so dumm verkaufen wie sie selbst offenbar sind?

Guck mal, Nachbar, wie niedlich: „Die Programme der ARD haben der Allgemeinheit einen umfassenden Überblick über das internationale, europäische, nationale und regionale Geschehen in allen wesentlichen Lebensbereichen zu geben.“ (1) Das ist der gesetzliche Programmauftrag für das Erste Deutsche Fernsehen. Herrlich vielversprechend, ne? Den Satz könnte glatt einer deiner Ober-Sozn verfasst und sich gedacht haben: „Je anspruchsvoller formuliert, desto eher wird nix draus.“ Wenn´s mal richtig klappert im Karton, wie jetzt beim „Ausstieg“ der USA aus dem „Atomdeal mit Iran“, dann bringt der öffentlich-rechtliche Qualitätsjournalismus höchstens noch transatlantische Nabelschau.

Auf einen vorgeblichen „Hintergrundbericht“ über Trumps Abenteuerpolitik verschwendete „Tagesschau.de“ sage und schreibe 930 Wörter in 18 Absätzen (2). Motiv und Zielsetzung dieser US-Politik aufzuzeigen schaffte ARD-aktuell trotzdem nicht. Weder im Netz noch in ihren TV-Sendungen.

Trump-Zitate in Bild und Wort, televisionäre Zwiegespräche der Tagesthemen-Moderatoren mit den Korrespondenten in Washington, Teheran und Moskau sowie Interviews mit Frankreichs Staatspräsident Macron und dem deutschen Außenministerdarsteller Maas (3): Damit schickten die Tagesthemen klassisch kleinkarierte Standardware über ein Weltereignis in die bundesdeutschen Wohnstuben: die äußeren Erscheinungen seiner Politik darstellend, nicht aber die Ziele und Beweggründe des US-Präsidenten und der übrigen Akteure.

Ist dir irgendeine Nachricht erinnerlich, dass der Bruch des Atomabkommens mit Iran nur einen Vorwand für den Krieg um Irans Gasreserven und den Energiemarkt Europas (4) liefert? Oder gar irgendein Hinweis darauf, dass der Weltherrscher USA seinen global sichtbar werdenden Einflussverlust mit gesteigerter Aggressivität aufzuhalten versucht, ganz im Profitinteresse seines militärisch-industriellen Komplexes? Das „Flaggschiff der ARD“, die Tagesschau, hält brav transatlantischen Kurs.

Grundregel im guten Nachrichtenjournalismus, lieber Nachbar: Wenn ein komplexes politisches Manöver schwer einzuschätzen ist, musst du die Perspektive wechseln. Das macht ARD-aktuell aber nicht. Sie guckt nur durch die transatlantische Brille.

Kannst du dich noch erinnern? Trumps Amtsvorgänger Obama hatte den Schwerpunkt der US-Außenpolitik in den pazifischen Raum verlagert: „‚Pivot to Asia‘ – Der Feind heißt China“ (5). Ein Machtspiel unter Nutzung traditioneller Gegensätze zwischen Japan, VR China, Korea, Philippinen, Vietnam, Taiwan, Indonesien, Myanmar, Indien, Pakistan. Effekt: Nordkorea trieb seine Atombewaffnung voran. Die VR China beanspruchte die Hoheitsrechte über die Inseln im Südchinesischen Meer. Es häuften sich gefährliche militärische Zwischenfälle. Washington hatte mit diesen Brandherden die Rechtfertigung für seinen riesigen „Verteidigungshaushalt“ von 700 Milliarden US-Dollar. Der militärisch-industrielle Komplex der Supermacht erzielte die verlangten Profitraten.

Der Etat des Pentagon ist größer als die​ gesamten Verteidigungsausgaben der restlichen Welt.

Darüber erfuhrst du in den Nachrichten der Wunderlampe wenig bis nichts. Auch nicht, dass der unmäßige militärische und handelspolitische Druck der USA in Fernost Emanzipationsbestrebungen wachrief. Die Philippinen wandten sich der VR China zu und einigten sich unerwartet schnell über den Verlauf der Seegrenze(6). Die Verständigungsbereitschaft der beiden Teile Koreas wurde als freudige Überraschung gefeiert und für Denkfaule als Erfolg der wüsten Kriegsdrohungen Trumps gegen Pjöngjang dargestellt. Mag er sich mit diesen Federn schmücken. Das deutsche TV-Publikum hatte dagegen Anspruch darauf, mit qualifizierteren Informationen bedacht zu werden.

Zum Beispiel hätte es erfahren müssen, dass sich die VR China, Nordkorea, Südkorea und Japan über alle ihre tiefen historischen Gegensätze hinweg auf friedliche Zusammenarbeit verständigt haben (7). Man reibt sich die Augen: Ja, auch Japan will mitwirken. Da deutet sich ein friedenspolitischer Schwenk der zweit- und der drittstärksten Wirtschaftsmacht der Welt an, China und Japan bewegen sich aufeinander zu, und die USA müssen Kulisse bleiben. Innerhalb eines Monats gab es gleich zwei Treffen des chinesischen Präsidenten Xi Jinping mit seinem nordkoreanischen Kollegen Kim Jong Un (8). Und es war Xi, der Nordkorea zu konstruktiverZusammenarbeit und zur Aufgabe seiner Nuklearpolitik bewogen hatte, diskret und freundschaftlich schon in der ersten Begegnung am 27. März in Beijing. Die deutschen Hofmedien munkelten da nur faktenfrei und im besten Stil ihres Russlandschmähs von einem „gepanzerten Sonderzug“ aus Nordkorea(9).

Da nun in Fernost der Druck aus dem Kessel ist, brauchen die USA einen neuen Brandherd, damit weitere Steuer-Milliarden in ihren Militärhaushalt und somit an Kriegsindustrie und Banken fließen können.

Die Geldelite lässt sich auch befriedigen, wenn im Mittleren Osten ordentlich eingeheizt wird. Iran. Das liegt zudem im Interesse Israels – und keiner hat größeren Einfluss auf Washingtons kriegsbereite Außenpolitik. Darauf geht die ARD-aktuell lieber gar nicht erst ein.

Komm, Nachbar, guck in die Wunderlampe. Da siehste, wie die Zamperonis und Miosgas mit ihren Interviewpartnern über US-Präsident Trumps ach so irrationale Entscheidung schwadronieren. Wie notwendig es nun sei, dass aber die anderen Vertragspartner des Atomabkommens „vernünftig“ blieben und zu ihrer Verpflichtung stünden.

Merkst du was? Keiner dieser begnadeten Interviewer fragte nach der „Vernunft“ der französischen, britischen und deutschen Politik: Einerseits mit großer Geste auf Bewahrung des Atom-Abkommens mit Iran pochen und andererseits gemeinsam mit den USA die iranischen Hilfstruppen in Syrien bombardieren? Wie bescheuert muss man wohl sein, um diesen Widerspruch zu ignorieren? Das Wort „Völkerrechtsbruch“ kam jedoch bei ARD-aktuell in diesem Zusammenhang nicht vor. Das Wort „Kriegsverbrechen“ erst recht nicht.

Zu intelligenten Fragen langt es einfach nicht.

Wäre Tumbheit strafbar, kämen solche Qualitätsjournalisten in Deppenhaft.

Maas? Das Dum-Dum-Geschoss der deutschen Diplomatie? Welch ein Glück für den kleinen Gernegroß, dass die „Tagesthemen“ sich nicht schon in der gleichen Sendung auch an den russischen Außenminister wandten, Lawrow nicht einmal indirekt zitierten. Zum Beispiel mit seiner Bemerkung, Trumps Vertragsbruch könne durchaus mit Sanktionen der Europäer gegen die USA beantwortet werden. Der direkte Vergleich zwischen beiden Politikern hat inzwischen allerdings doch stattgefunden und gezeigt: Lawrow ist ein Außenminister. Maas möchte nur gern einer sein. ARD-aktuell hält ihm brav das Mikro hin und lässt ihn dicke Backen machen, wenn er seine notleidenden, klapperdürren „Gedanken“ äußern will. Im Sozn-Stil: der Nixwisser als Adabei (laut Duden: jemand, der überall dabei sein will, sich überall wichtig und dazugehörig fühlt).

Jetzt sammeln wir mal ein paar schwere Brocken „Sonstiges“, die in den vergangenen Tagen unter den Nachrichtentisch der ARD-aktuell-Qualitätsjournalisten fielen. Einverstanden?

Iran will sein Öl nicht mehr für US-Dollar verkaufen, sondern gegen Euro und chinesische Yuan. Das ist ein Angriff auf den „Petro-Dollar“, er stellt die Leitwährung der Welt infrage. Für vergleichbare Absichten haben die USA vormals zwei Kriege gegen den Irak geführt, eine Million Menschen umgebracht, das Land in Trümmer gelegt und Saddam Hussein hängen lassen. Als der Gaddafi versuchte, eine goldgestütze Währung für Afrika zu kreieren, wurde sein blühendes Libyen zerstört und er selbst viehisch ermordet.

Übrigens: Falls du selbst mal einen Blick auf den „Atom-Deal“ werfen möchtest, findest du die deutschsprachige Fassung auf der Internetseite der Europäischen Kommission (10) und auf den Seiten des deutschsprachigen Dienstes bei den UN (11). Bei ARD-aktuell aber nicht.

Die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten sind per Gesetz verpflichtet, dich in die Lage zu versetzen, dir eine sachlich fundierte Meinung zu bilden. Wie vorzüglich das klappt, kannst du an dir selbst sehen: bist nicht nur Sozn geworden, sondern sogar geblieben.

Behauptest du immer noch, die Tagesschau sei eine bereichernde Informationsquelle. Wenn jemand von der Fehmarn-Sund-Brücke in die Ostsee pinkelt, glaubst du ja auch, dass davon der Meeresspiegel steigt.

Schau dir lieber ein paar Beispiele für systematische Nachrichten-Unterschlagung der ARD-aktuell an:

Saudi-Arabiens Luftwaffe hat den Präsidentenpalast des Jemen in Sanaa bombardiert. Viele Tote und Verletzte (12). Der Angriff auf ein so eindeutig ziviles Ziel ist ein Kriegsverbrechen. Doch weil das saudische Blutsäufer-Regime ein enger Verbündeter unserer Westlichen Wertegemeinschaft WWG ist und strategisch mit Waffen und Logistik bei seinen Bombardements unterstützt wird, schweigt Berlin. Also schweigt auch die Tagesschau.

Der US-Kongress will die in Syrien mordenden Terroristen- und Söldnerbanden verstärkt mit „Ausbildung und Ausstattung“ unterstützen. Ein Millionen-Programm(13). Kein Wort darüber von ARD-aktuell.

Die USA zündeln in der Ukraine. Seit kurzem liefern sie panzerbrechende Fernlenkraketen an das faschistische Regime in Kiew (14). Was geht der vom Westen geschürte und auch von Berlin mitfinanzierte Bürgerkrieg in der Ukraine den deutschen Fernsehzuschauer und Steuerzahler an? Nichts, meint die Tagesschau. Und unterschlägt alle Nachrichten darüber, wie Faschisten und Neonazis die Ukraine terrorisieren und Russland zum Kriegseintritt zu provozieren versuchen.

Vier Jahre ist es her, dass ein faschistischer Mob in Odessa ein Pogrom an vermeintlich „prorussischen Linken“ verübte, 46 Besucher des Gewerkschaftshauses dort einschloss und das Gebäude niederbrannte; wer dem Flammeninferno entkam, wurde auf der Straße totgeschlagen (15). Im Schutz der ukrainischen Behörden laufen die Mörder bis heute frei herum. Am Jahrestag dieses „Nach-Maidan“ gab es keinerlei Nachricht dazu von ARD-aktuell…
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…sowas schon mal in den „Alphamedien“ gehört?
Wall Street wettet auf Krieg zwischen USA und Russland
Die Wall Street setzt anscheinend schon seit längerem auf Krieg. Denn ihre großen Finanzinstitute haben mehr als eine Viertel Billion Dollar in Fracking investiert. Viele der beteiligten Spekulanten haben sogar Geld geliehen, um in Fracking zu investieren.
Warum? Dafür kann es nur einen Grund geben. Die Voraussetzung, dass Fracking irgendwann lukrativ wird, sind steigende Ölpreise. Diese würden durch einen Krieg sofort herbeigeführt.
Ein neuer Krieg der USA im Nahen Osten würde erneut absichtlich nicht gewonnen werden, um die betroffene Region über Jahre zu destabilisieren.
Das wäre allerdings für die Fracking Investoren und die US-Regierung ein wahres Geschenk: Der Ölpreis würde selbst im Fall einer Rezession hoch bleiben und somit dem teuren Fracking endlich Gewinne einbringen.
Aus einem Nahostkrieg könnte leicht ein Weltkrieg werden. Denn die USA haben angefangen, ihr Fracking-Öl nach Europa zu exportieren. Damit machen sie dem Widersacher Russland einen seiner wichtigsten Absatzmärkte streitig.
Der Verlust des westeuropäischen Marktes wäre für Russland eine wirtschaftliche und finanzielle Katastrophe. Einige russische Politiker erinnern sich noch daran, dass die Sowjetunion unter anderem daran zerbrochen ist, dass der Ölpreis exorbitant hoch war.
Jetzt befindet sich die USA trotz aller anderslautenden Behauptungen durch Trump in einer zunehmend prekären Lage: Die soziale Ungleichheit erreicht Rekordwerte, die Arbeitslosigkeit ist höher als angegeben und die horrende Staatsverschuldung hat an den Finanzmärkten riesige Blasen gebildet, die jederzeit platzen können.
Trump und die US-Fed stehen quasi mit dem Rücken zur Wand. Er kann seine Versprechen nicht einhalten. Die Steuererleichterungen für Superreiche und Unternehmen sind wirkungslos verpufft und gut bezahlte Arbeitsplätze noch immer Mangelware. Trumps Anhängerschaft wird zunehmend unzufriedener und kritischer…
Quelle: https://www.pravda-tv.com/2018/05/wall-street-wettet-auf-krieg-zwischen-usa-und-russland/

…oder dies?:

…auf den Punkt gebracht:
US Geheimdienstausschuss stuft den Rest der Welt als „überragende Bedrohung“ ein
Umso mehr Blut die USA für Frieden, Demokratie und Freiheit von Rohstoffen fließen lassen, desto bedrohter sehen Sie sich. Sicherlich nicht ganz zu Unrecht. Das ganze gipfelt dann in der Definition „überragender Bedrohungen“. Es gestaltet sich ausgesprochen schwierig, einem Gewalttäter seine psychologische Anamnese unterbreiten zu wollen, ohne selbst auf dessen Liste der Bedrohungen zu erscheinen.
Paranoia ist die eine Sache. Eine überragende Selbstüberschätzung die nächste. Bei den inzwischen als „normal“ zu bezeichnenden US-Wahnvorstellungen lässt sich das eine vom anderen nur schwer trennen. Zur Aufrechterhaltung der Paranoia braucht es unter anderem die Geheimdienste. Um die gesamte Panikmache parlamentarisch und damit öffentlich zu begleiten (legitimieren), gibt es die entsprechenden „Geheimdienstausschüsse“. Die Anzahl dieser Einrichtung, ohne den führenden „Geheimdienst“, ist sicherlich die bei weitem treffendste Umschreibung für das, was die Menschheit damit erleben darf…
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Beispiel gefällig?
Die Staatspropaganda der ARD tagesschau weiß genau, was das deutsch-russische Verhältnis belastet
Es gibt noch immer viel zu viele Mitbürger, die ernsthaft glauben, die ARD tagesschau sei eine „Nachrichtensendung“ oder würde die Zuschauer „objektiv“ und ansatzweise umfassend informieren. Das ist tausendfach widerlegter Quatsch. Das „Flaggschiff“ der ARD ist zwar das seriöseste Nachrichtenangebot im deutschen TV, aber weit davon entfernt, unabhängig Informationen nach deren Bedeutung auszuwählen und unparteilich zu berichten. Das gilt selbstverständlich auch für den aktuellen Besuch der Chefin beim Russen…
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s. dazu auch:

Dümmliche bis gefährliche Nachrichtenfälschungen
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