John Worrell Keely und die moralische Technik der Zukunft

Vom Keely-Motor zur «Strader-Maschine» – Biographisches und Episodisches zur moralisch-spirituellen Energieform des 21. Jahrhundert
Was ist «mechanischer Okkultismus»?
Durch diese Fähigkeit zum «mechanischen Okkultismus» (…) sollen gewisse, heute der Industrialisierung zugrunde liegende
soziale Formen auf eine ganz neue Grundlage gestellt werden. Es weiß jedes Mitglied dieser geheimen Zirkel [des Westens], daß man einfach durch gewisse Fähigkeiten, die heute noch beim Menschen latent sind, die sich aber entwickeln, mit Hilfe des Gesetzes der zusammenklingenden Schwingungen in großem Umfange Maschinen und maschinelle Einrichtungen und anderes in
Bewegung setzen kann. Eine kleine Andeutung finden Sie in dem, was ich in meinen Mysteriendramen an die Person des Strader
geknüpft habe.
Diese Dinge sind heute im Werden. Diese Dinge werden innerhalb jener geheimen Zirkel auf dem Gebiete des materiellen
Okkultismus als ein Geheimnis gehütet. Motoren gibt es, welche dadurch, daß man die betreffende Schwingungskurve kennt, durch
sehr geringfügige menschliche Beeinflussung in Tätigkeit, in Betrieb gesetzt werden können. Dadurch wird es möglich sein,
vieles, vieles, wozu man heute Menschenkräfte braucht, durch rein mechanische Kräfte zu ersetzen.

Der Pionier der moralischen Technik war der Erfinder John Worell Keely, ein Amerikaner irischer Abstammung, der am 3. September 1837 in Philadelphia geboren wurde. Keely war eine wahrhaft außergewöhnliche Persönlichkeit, die
von Rudolf Steiner (und von Geisteswissenschaftlern ganz allgemein) sehr geschätzt wurde. Er repräsentierte den Typus des Westmenschen, in welchem das neue, natürliche Wahrnehmen (natürliches Hellsehen) der ätherischen Kräfte wachzuwerden anfängt. Rudolf Steiner bezeichnete Keely, als er über die Rolle der östlichen, mitteleuropäischen und westlichen Völker sprach, in
der Tat als Repräsentanten der westlichen Menschheit und stellte ihn Tolstoi gegenüber, der den Osten repräsentiere.

Die Begründerin der Theosophischen Gesellschaft, Helena Petrowna Blavatsky, schrieb in ihrer 1888 veröffentlichten
Geheimlehre, daß die Menschheit nun allmählich entdecke, daß gewisse Persönlichkeiten die Fähigkeit besitzen, vermittels ihrer eigenen Seelenkräfte Maschinen in Bewegung zu setzen. Sie bemerkte dazu folgendes:
«Herr Keely, der in dieser Hinsicht sehr reich ausgestattet ist, und der obendrein intellektuell ein mechanisches Genie ist – mag die wunderbarsten Erfolge erzielen. Er hat bereits einige erzielt – mehr als irgendein Sterblicher, der nicht in die letzten Mysterien initiiert worden ist, in diesem Zeitalter bis zum gegenwärtigen Tage erzielt hat. Was er getan hat, ist – wie seine Freunde richtig über ihn bemerken – sicherlich ganz hinreichend, ‚mit dem Hammer der Wissenschaft die Götzen der Wissenschaft zu zertrümmern‘ – die Götzen des Stoffes mit den tönernen Füßen. Auch möchte die Schreiberin keinen
Augenblick daran denken, Frau Bloomfield-Moore zu widersprechen, wenn diese in ihrem Aufsatze über ‚Psychische Kraft und ätherische Kraft‘ behauptet, daß Herr Keely ‚groß genug ist an Seele, weise genug an Gemüt und erhaben genug an Mut, um alle Schwierigkeiten zu bewältigen und schließlich vor der Welt als der größte Entdecker und Erfinder der Welt dazustehen‘.»

Rudolf Steiner machte zu Keelys Arbeit im Jahre 1906 einmal den folgenden Kommentar:
«Was durch das Tau ausgedrückt wird, ist eine Triebkraft, die nur in Bewegung gesetzt werden kann durch die Macht der selbstlosen Liebe. Sie wird selbst dazu verwendet werden können, Maschinen zu treiben, welche aber stillstehen werden, wenn egoistische Menschen sie bedienen.
Vielleicht ist Ihnen bekannt, daß Keely einen Motor konstruiert hat, der nur ging, wenn er selbst dabei war. Er hat damit den Leuten nichts vorgemacht, denn er hatte in sich selbst jene treibende Kraft, die aus dem Seelischen hervorgeht und Mechanisches in Bewegung setzen kann. Eine Antriebskraft, die nur moralisch sein kann, das ist die Idee der Zukunft; die wichtigste Kraft, die der Kultur eingeimpft werden muß, wenn sie sich nicht selbst überschlagen soll. Das Mechanische und das Moralische werden sich durchdringen, weil dann das Mechanische ohne das Moralische nichts ist. Hart vor dieser Grenze
stehen wir heute. Nicht bloß mit Wasser und Dampf, sondern mit spiritueller Kraft, mit spiritueller Moral werden in Zukunft die Maschinen getrieben werden. Diese Kraft ist symbolisiert durch das Tau-Zeichen und wurde schon poetisch angedeutet durch das Bild des heiligen Gral.»…

Der Urimpuls, den Keely seinen Generatoren verlieh, setzte einen Prozeß in Gang, durch welchen aus Wasser ätherische Kraft freigesetzt wurde. Diese Kraft, von der seine Bekannten als vom Keely-Äther sprachen, wurde durch Kupferröhren zu seinen Motoren und anderen Geräten geleitet. Da nur Keely selbst diese Wirkung hervorbringen konnte, war seine Entdeckung von keinem
unmittelbaren kommerziellen Interesse. Dennoch wurde eine Keely-Motor-Company gebildet, um aus seinen Entdeckungen Kapital zu schlagen, und es war auch viel Investitionskapital angezogen worden…
hier weiter

R. Steiner am 1. Dezember 1918, in: Die soziale Grundforderung unserer Zeit, GA 186
Aus: DER EUROPÄER, Jg. 1, Nr. 6, S. 6 – 13.

und:

„Heute sind wir mit allen unseren Einrichtungen auf den physischen Plan heruntergekommen. Wenn nicht neben der Kultur auf dem physischen Plan eine moralische Kultur einhergeht, so wirken die physischen Errungenschaften zerstörend. Durch Entwickelung der Moralität wird der Mensch ganz andere Kräfte erzeugen können als diejenigen, die jetzt auf dem physischen Plan vorhanden sind. Keely setzte seinen Motor in Bewegung durch Schwingungen, die er im eigenen Organismus erregte. Solche Schwingungen hängen von der moralischen Natur des Menschen ab. Das ist ein erster Morgenstrahl für dasjenige, was als Technik der Zukunft herauskommen wird. In Zukunft werden wir Maschinen haben, die nur dann in Bewegung geraten, wenn die Kräfte von Menschen kommen, die moralisch sind. Die unmoralischen Menschen können solche Maschinen dann nicht in Bewegung setzen. Rein mechanischer Mechanismus muß verwandelt werden in moralischen Mechanismus.“ (Lit.: GA 097, S. 40f)

Ehrenfried Pfeiffer hat Rudolf Steiner näher zu diesem Thema befragt:

„Die materialistische Naturwissenschaft beruht ganz auf der Methode der Analyse, des Auseinanderspaltens (heute der Atom- und Kernspaltung), der Desintegration und Trennung, des Zerschneidens und all der Verfahrensweisen, welche zerstören und auseinandernehmen müssen, um am Leichnam zu arbeiten, statt wachsen zu lassen, zu entwickeln, zusammenzusetzen. Daß der menschliche Geist von diesen Methoden des Zerlegens gefangengenommen worden war: darin sah ich die Ursache unserer gegenwärtigen Lage. Meine Frage war daher: Kann in der Natur eine andere Kraft oder Energie gefunden werden, die nicht die Tendenz zur Atomisierung und Analyse in sich trägt, sondern die aufbaut und synthetisiert? Würden wir jene konstruktiven Kräfte entdecken können, die die Dinge leben und wachsen machen? Würden wir entsprechend aufbauende Methoden der Forschung finden und diese Kraft eventuell für eine andere Art von Technik verwenden können, zum Antrieb von Maschinen? Dann könnten wir aufgrund der inneren Natur einer solchen Kraft oder Energie eine andere Technik, eine andere Sozialstruktur sowie anstelle des zerstörerischen Menschendenkens ein aufbauendes Denken schaffen. Diese Kraft muß den Impuls des Lebens, des Organischen in ihrem Innern tragen, so wie die sogenannten physischen Energien die Neigung zu Spaltung und Trennung in sich tragen. Meine Frage an R. St. im Oktober 1920 und Frühjahr 1921 lautete also: «Gibt es eine solche Kraft oder Energiequelle? Kann sie nachgewiesen werden? Könnte eine selbstlose Technik auf ihr aufgebaut werden?»

Als diese Fragen in meinem Geist Form annahmen, fand ich in Guenther Wachsmuth einen lebenslangen Freund, der sich über genau dieselben Fragen Gedanken machte.

Einige Gespräche wurden mit R. St. einzeln geführt; oft waren wir aber auch zu zweit bei ihm. Meine Frage wurde wie folgt beantwortet: «Ja, eine solche Kraft gibt es wirklich, aber sie ist noch unentdeckt. Sie ist das, was allgemein als Äther (nicht der physikalische Äther) bezeichnet wird, die Kraft, die die Dinge wachsen läßt und beispielsweise als Samenkraft im Samen lebt. Bevor Sie mit dieser Kraft arbeiten können, müssen Sie ihr Vorhandensein nachweisen. So wie wir in der Chemie Reagenzien haben, so müssen Sie ein Reagens für diese Ätherkraft finden. Man nennt sie auch ätherische Bildekraft, denn sie schafft die Form, die Gestalt, die Struktur eines lebenden, wachsenden Dinges. Sie könnten es mit Kristallisationsprozessen versuchen, welchen ein organisches Substrat beigefügt wird.

Es wird dann möglich sein, Maschinen zu entwickeln, die auf diese Kraft reagieren und von ihr angetrieben werden.» R. St. skizzierte dann die Prinzipien der Anwendung dieser Kraft als einer neuen Energiequelle. In Anwesenheit von Guenther Wachsmuth skizzierte er zu einem anderen Zeitpunkt das Prinzip der vier ätherischen Bildekräfte, des Lichtäthers, des chemischen Äthers, des Lebensäthers und des Wärmeäthers (etwas anders als im sogenannten Wärme- und Lichtkurs vor den Waldorflehrern), und er wies auf ein Buch von [Pandit] Rama Prasad mit dem Titel Nature‘s Finer Forces hin, das einiges davon beschreibe. Wachsmuth schrieb daraufhin sein Buch über die ätherischen Bildekräfte. Mir fiel die Aufgabe zu, mit den Experimenten zu beginnen. Die dabei stattfindende Zusammenarbeit legte den Keim für das Forschungsinstitut am Goetheanum. Ich mußte gewisse Experimente durchführen, die ich nicht näher beschreiben darf. Das Ergebnis dieser Versuche wurde R. St. mitgeteilt, worauf dieser mit dem größten Ernst bemerkte: «Das Versuchsresultat deutet auf eine andere Kraft hin, nicht auf die ätherische, sondern auf eine astrali-sche Kraft» (d.h. auf Kräfte, die in empfindender Materie leben, im Nerv, im Gehirn). Daß der Versuch zu diesem Resultat führte, sei die Antwort der geistigen Welt für ihn, und sie bedeute, daß die Zeit noch nicht reif dazu sei, von der Ätherkraft Gebrauch zu machen. Ich fragte, wann die Zeit dazu denn reif sein werde. Antwort: «Wenn die sozialen Zustände so sind, daß diese Kraft nicht für egoistische Zwecke mißbraucht werden kann.» Das werde erst dann der Fall sein, wenn die Dreigliederung des sozialen Organismus mindestens auf ein paar Erdgebieten verwirklicht sei. Bis dahin würden Versuche zum Zwecke der Verwendung ätherischer Kräfte erfolglos bleiben oder sollten gar nicht unternommen werden. Da wir heute in einer Welt leben, die von der Lösung der sozialen Probleme weiter denn je entfernt ist, in der Egoismus und persönlicher Vorteil, Profit und dadurch bedingte Nationalitätenkonflikte die Oberhand haben; und besonders, da die Anthroposophische Gesellschaft die Lösung der sozialen Frage niemals an die Spitze aller ihre Zielsetzungen gestellt hat und damit nichts beigetragen hat zu dem, was R. St. [in dieser Hinsicht] forderte, so habe ich keine andere Wahl, als die Anweisungen in bezug auf den Gebrauch der ätherischen Energie tief in meiner Brust zu verschließen, um dieses Geheimnis vermutlich mit ins Grab zu nehmen, in der Hoffnung auf andere Zeiten, andere Umstände und andere Leben – wo die Zeit dann reif sein wird. Mein Gewissen ist tief bewegt – doch ich muß einem höheren Gesetz gehorchen -, denn das bedeutet, daß die Welt vorläufig mit der Verwendung von Energien fortfahren muß, die in ihrem Wesen Todes- und Zerstörungskräfte tragen. Es bleibt nur zu hoffen, daß die Welt nun auf die harte Weise lernt, durch unendliches Leid, daß sie eines Tages aufwacht und die Mission des Lebens, des friedlichen sozialen Zusammenlebens, der gegenseitigen Anerkennung und der Zusammenarbeit annimmt. Alles, was wir in der anthroposophischen Naturwissenschaft experimentell entwickelten, hat erster Schritt bleiben müssen – der Nachweis des tatsächlichen Vorhandenseins von [ätherischen] Bildekräften. Nur in der Anwendung der biodynamischen Methode der Bodenverbesserung konnten wir einen Schritt weiter gehen. Wie sich das entwickelte, ist [von mir] anderswo beschrieben worden (in Wir erlebten Rudolf Steiner, [Stuttgart 1954 auch S. 131]). Doch all dies muß ich als Stückwerk betrachten, verglichen mit der einen großen Aufgabe: der Entdeckung und Anwendung der Ätherenergie. So muß mein Lebenswerk, so interessant und produktiv es auch gewesen sein mag, Torso bleiben, unvollendet.“ (Lit.: Pfeiffer, S 119ff)

+++

…alles andere als moralische Entscheidungen – es lebe der Umsatz!
„Gekaufte Forschung. Wissenschaft im Dienst der Konzerne“
Christian Kreiß, „Gekaufte Forschung. Wissenschaft im Dienst der Konzerne“.

Forschungsgelder, Stiftungsprofessuren, Drittmittel – wo bleiben die akademische Freiheit und die Autonomie der Hochschulen? Wie wird manipuliert?
hier weiter

+++

s. auch:
Transhumanismus, Morgellons und INDECT, das Überwachungsprogramm
hier weiter

Menschenwürdige Technik – Paul Schatz
hier weiter

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*